Literatur Nachrichten
Buch Kritik: Asoziales Wohnen: Hinter jeder Tür eine eigene Vorstellung von Leben von Dirk Bernemann
Von Oliver 1. Dez 2012, 15:34

Wie sieht das richtige Wohnen aus? Wer lebt hinter den Türen, die, die Menschen in ihrem eigenen Reich einschließen, wie lebt es sich dort und welche Art Leben findet dort statt? Dirk Bernemanns Buch „Asoziales Wohnen“ analysiert das Zusammenleben von Menschen. Als Schauplatz fungiert ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus.
„Asoziales Wohnen“ kommt in einem schönen Hardcover daher und das Cover zeigt einen metallenen Müllcontainer, der als Wohnung herhalten muss und neben Fenster auch eine Satellitenschüssel besitzt. Im Hintergrund ragt besagtes mehrstöckige Mehrfamilienhaus in die Höhe. Mehrere davon. Und der Himmel bildet keinen Kontrast, sondern umschmiegt den Schauplatz mit seinen flauschigen grauen Wolken. Hier herrscht Armut auf vielfache Weise.
Nebst geistigen und finanziellen Dingen fehlt es auch an lebenserhaltende Maßnahmen, die das Leben erst lebenswert machen würden. Hier siechen Menschen in ihrem eigenen Duft dahin und denken sich Dinge, was der Partner da vorne wohl über einen denkt aber man vergisst die eigentliche Kommunikation. Sie kommen nicht dahinter, dass es Menschen immer noch nicht möglich ist, telepathisch etwas zu übermitteln.
Dirk Bernemann nimmt nicht nur den Zaunpfahl zur Hand, sondern ist bei seiner viel direkteren Art geblieben und bewegt sich kreiselartig über die Blätter des Buches und schwingt einen ganzen Zaun mit. Jedes Wort ein Treffer. Nach dieser Literatur kann sich niemand mehr dumm, taub und blind stellen. Konfrontation ist das Wort.













