Musik Reportagen


Interview: Dark at Dawn

Von Michael Kühnemann 3. Dez 2012, 15:27

Im Jahr 2007 löste sich mit Dark at Dawn eine der besten und mit Sicherheit auch unterbewertetsten Bands aus deutschen Landen plötzlich auf. Ganze fünf Jahre später packte die Jungs aus dem Harz auf einem Gig zum Geburtstag eines Freundes plötzlich doch wieder der Elan und man meldete sich mit der EP "Noneterneal" zurück. Höchste Zeit der Band ein paar Fragen zukommen zu lassen.

M&C: Ihr habt euch nach dem Geburtstag eines Freundes dazu entschlossen weiterzumachen. Wie ging es von da an weiter?

Schröder: Zunächst mussten wir mal klären, wo eigentlich unser anderer Gitarrist Matze abgeblieben war. Wir konnten ihn dann auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik ausmachen (seit wann sind eigentlich Kreuzfahrten Heavy Metal?!?) und auch er war sofort begeistert von der Idee, Dark at Dawn wieder aufleben zu lassen. Dann haben wir uns zu ein paar Proben getroffen und erstmal einige alte Songs reanimiert, um wieder "reinzukommen". In diesem Rahmen ging es dann aber auch schon relativ schnell mit neuen Songs los, die wir  anschließend aufgenommen und als "Noneternal"-EP herausgebracht haben. Und nachdem Blackie Lawless von W.A.S.P. gefallen daran gefunden hatte, standen wir auch schon im Billing der "30 Years of Thunder"-Tour! Ich suche immer noch nach der versteckten Kamera…

M&C: Hattet ihr schon einen Teil oder sogar ganze Songs fertig oder sind diese erst alle nach der Reunion entstanden?

Sauerbrey: Die Songs von der EP habe ich kurz nach der Geburtstagsparty geschrieben. Das ging auch sehr flott. 5 Songs in 3 Tagen, von denen wir dann 4 auf die Scheibe gepackt haben, nachdem wir zusammen noch eine Weile daran geschraubt haben.

M&C: Die neuen Songs klingen alle typisch Dark at Dawn, sind allerdings auch mit einigen neuen Elementen angereichert. War dies so geplant oder ist das auf eure eigene musikalische Entwicklung zurückzuführen?

Schröder: Ich glaube, das liegt hauptsächlich daran, dass unser Hauptsongwriter Sauer einen ganz typischen Stil hat, bei dem irgendwie immer ein roter Faden zu erkennen ist. Der bleibt auch erhalten, wenn wir im Rahmen der Proben an den Songs noch Änderungen vornehmen und jeder noch irgendeine Idee, einen neuen Part, ein Solo o.ä. beisteuert.

M&C: Eure Lyrics waren in der Vergangenheit immer sehr metaphorisch. Inwiefern ist dies auf der neuen EP auch der Fall? Ist zum Beispiel der Text von „Arabian Fights“ ein reiner Fantasietext oder bezieht er sich auch auf die momentanen Geschehnisse im nahen Osten?

Kohlrausch: Er bezieht sich sogar vollkommen auf diese Geschehnisse. Nichtsdestotrotz ist er auch metaphorisch zu sehen. Ich finde es immer wichtig, dass die Texte Spielraum für persönliche Interpretationen lassen.

M&C: Ihr habt die EP selbst produziert und veröffentlicht. Habt ihr vorher bereits nach einem Label gesucht? Oder wollt ihr das erst zukünftig tun? Und wenn ja, wie ist da der Stand der Dinge?

Schröder: Mit der Label-Suche angefangen haben wir erst, nachdem die EP fertig war. Wir sind ja zum Glück in der luxuriösen Position, dass unser Schlagzeuger Sauer das Metalsound-Studio betreibt, in dem wir aufnehmen können. Schon vorher bei Labels anzufragen, wäre kaum erfolgversprechend gewesen, denn so groß, dass ein Label an uns Interesse hätte, ohne dass wir etwas Neues vorzuweisen haben, waren wir dann ja doch nicht… Derzeit sind wir noch auf der Suche. Es gibt einige Anfragen, aber unterschrieben ist bis dato nichts.

M&C: Zur Zeit seit ihr mit W.A.S.P. auf Tour. Welche Eindrücke habt ihr bisher? Und welche Tour Aktivitäten sind noch geplant?

Schröder: Gerade gestern sind wir vom zweiten von drei Tourblöcken zurückgekommen und die bisherige Bilanz ist wirklich gut! Es ist nicht nur eine interessante Erfahrung und ein Riesenspaß, sondern es ist auch toll zu sehen, dass in jeder Stadt echte Hardcore-DaD-Fans zu den Konzerten kommen, die die Band schon seit vielen Jahren begleiten und total begeistert sind, dass es uns wieder gibt. Aber auch viele Leute, die zuvor noch nie etwas von uns gehört haben, geben uns gute Resonanzen, so dass es wirklich Spaß macht, sich jeden Abend wieder die Rübe runterzuschrauben… Die zweite Vorband "Alpha Tiger" trägt übrigens auch nicht gerade wenig an Rock ´n Roll-Faktor bei. Auch wenn wir musikalisch nicht allzu viele Parallelen haben, ist das schon ein supergeiles Vorband-Package!
Auf unserer Homepage (www.darkatdawn.de) gibt es übrigens ein Tour-Tagebuch, das man nicht verpassen sollte.
Weitere Tour-Pläne gibt es momentan nicht, unsere Jahresurlaube neigen sich auch langsam dem Ende zu…, für das kommende Jahr sind aber schon diverse Einzel-Auftritte geplant, unter anderem beim Rockharz-Festival. Weiteres wird sich noch ergeben, stay tuned!

M&C: Im kommenden Jahr soll euer neues Album erscheinen. Welche Informationen könnt ihr uns dazu geben?

Schröder: Wir sind fleißig am Komponieren, allerdings gibt es durch die Tour gerade eine kleine (er)schöpferische Pause. Was genau am Ende entsteht, wissen wir selbst noch nicht, aber bei dem, was wir bisher in petto haben, glaube ich, dass ein ziemlich korrektes Scheibchen dabei herauskommen wird.

M&C: Wie sehen die allgemeinen Pläne für die weitere Zukunft aus? Wollt ihr nochmal groß durchstarten oder seht ihr Dark at Dawn als Band um einfach mal wieder Musik zu machen?

Schröder: Das hängt natürlich immer auch davon ab, wie die Resonanz ist. Was die Fanreaktionen angeht, könnte es momentan nicht besser laufen! Wie sich das Ganze geschäftlich weiter entwickelt, also ob es mit einem Plattenvertrag klappt etc., werden wir sehen. Im Moment ist es jedenfalls ein Mords-Spaß und wir sind absolut willig, dabei zu bleiben!

M&C: Ein paar letzte Worte von euch?

Schröder: Vielen Dank an unsere alten und neuen Fans für die tollen Resonanzen auf unserer Tour! Bisher war dank Euch wirklich jeder Abend eine „ordentliche Sause“!

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