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Deutsche Handballer schlagen sich selbst

Von Oliver 15. Jan 2013, 12:05

Einen Sieg hatten sich die tunesischen Fans vor Anpfiff bestenfalls erträumt; doch als der Erfolg mit 25:23 (13:13) gegen die deutschen Mannschaft tatsächlich feststand, tanzten und feierten die Fans des Afrikameisters in Granollers so ausgelassen auf den Rängen, als sei ihr Team gerade Weltmeister geworden. Und auch virtuell veranstalteten die Tunesier ein Freudentänzchen: Die Kommentarspalten auf der Facebookseite des Fanclubs DHB quellen vor Hunderten Jubel-Kommentaren tunesischer Anhänger über.

Die Fans des besten afrikanischen Teams dürfen zu Recht aus dem Häuschen sein. Zwar war die Truppe um 110-Kilo-Kreis-Bollwerk Issam Tej stark aus dem Rückraum und kompakt in der Abwehr, dennoch war die Niederlage aus deutscher Sicht äußerst unnötig. «Es ist sehr schade, dass wir uns nicht ein bisschen belohnt haben. Ein Punkt wäre verdient gewesen», sagte Bundestrainer Martin Heuberger. «In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Tore aus dem Fernwurf bekommen, weil wir nicht konsequent genug an den Gegner gegangen sind. Das haben wir nach der Pause besser gemacht, aber wir haben im Angriff zu wenig Zweikämpfe gewonnen.»

Zwar war klar, dass es gegen das wiedererstarkte Team von Trainer Alain Portes nicht leicht werden würde. Doch Gelegenheiten, in Führung zu gehen und die körperlich starken Tunesier niederzuringen, waren genügend vorhanden. Spätestens nach dem 21:21-Ausgleich durch Steffen Fäth sechs Minuten vor Schluss hätte das DHB-Team in Führung gehen müssen. Doch auch als das Momentum eigentlich bei den Deutschen lag, wurden beste Chancen vergeben ? insgesamt hielt Keeper Marouane Magaiez 16 von 38 Würfen. Oder als die Tunesier Mitte der zweiten Halbzeit zeitweise nur mit vier Feldspielern auf der Platte standen, dennoch ein Tor erzielen konnten und die deutsche Mannschaft im Gegenzug unsicher, wenig variabel und verkrampft scheiterte.

«Das Timing in Eins-gegen-Eins-Situationen hat im Angriff nicht gestimmt. Wir haben uns zu schnell festmachen lassen», sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki. «Zudem haben wir wieder nicht gut abgeschlossen und den tunesischen Torwart fast zum Weltmeister geworfen. Die Niederlage ist sehr schade, aber Tunesien hat verdient gewonnen.»

Wäre ein Arbeitssieg gelungen, hätte man über die mangelnde Chancenverwertung sowie Mängel in Spielaufbau, Abwehrverhalten und Torwartleistung hinwegsehen können. So aber bleibt lediglich die stets vorhandene Kampfbereitschaft als vorbildlich übrig. Handballerisch muss sich die Mannschaft von Martin Heuberger vor dem dritten WM-Spiel am Dienstag gegen Argentinien (18.15 Uhr/ARD) gewaltig steigern.

Tipp: Alles rund um die deutsche Handball-Nationalmannschaft finden Sie auf der Facebook-Seite des Fanclubs DHB.

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Quelle: Nachrichten - Sport Nachrichten - WM 2013 - Deutsche Handballer schlagen sich selbst

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