Musik Reportagen


Interview: Niburta

Von Andre Friebel 1. Feb 2013, 16:48

Niburta brachten küzlich ihr neues Album auf den Markt. Hierzu stand mir Anna "Panni" Nemeth ( Violine, Dudelsack ) Rede und Antwort. Nicht nur freute ich mich auf das Interview sondern jetzt auch auf den Krug Bier.

Danke für das Interview und viele Grüße nach Ungarn. Wie geht´s Euch?

Uns geht´s gut, danke! Ein bißchen müde nach der kleinen Promotiontour für das Album. Während der Weihnachtszeit haben wir etwas Energie getankt (riesige Mahlzeiten und ausgedehnte Nickerchen), so daß wir nach der Urlaubszeit mit der Arbeit wieder richtig durchstarten können.

Erzähle etwas über Euer neues Album

Unser neues Album ist ein richtiger Hit! Selbst meine Eltern lieben es, es bedeutet mir viel, denn sie hörten niemals etwas anderes als Volksmusik und Metal verschmähten sie gewaltig...

Dieses Album beinhaltet 10 weitgefächerte Tracks, von traditionellen Volksliedern wie Sto Imala Kasmet bis hin zu brutalen schweißtreibenden Tracks, wie The Dance Of Satyrs und lyrischen Liebesliedern wie z.B. Nap es Hold. Wir ließen unsere ganze Energie und Kreativität in dieses Album einfließen und suchten sogar einige unsere älteren Songs von unserem Demo aus, um sie mit einigen Veränderugen zu re-recorden. Alles in Allem war es harte Arbeit, die sich gelohnt hat.

War es nicht ein bisschen stressig, ein Album so kurz vor Weihnachten zu veröffentlichen?

Nein, eigentlich nicht. Das Album kam hier in Ungarn im Oktober raus und die internationale Veröffentlichung war Ende November. Ich denke, da war noch genügend Zeit, um unser Album unter den Weihnachtsbaum zu legen. Unser Label Nail Records hat während des Promotens eine wirklich großartige Arbeit geleistet, es ist immer noch ein bißchen unvorstellbar für uns, daß unser Album international eine so große Aufmerksamkeit erhielt und es ist in ganz Europa erhältlich. Eigentlich denke ich nicht, daß wir nach der Veröffentlichung in Ungarn gestreßt waren, nicht ein bißchen, besonders da das Album so überwältigend positiv begrüßt wurde. Wir erhielten sogar vor einigen Tagen ein Bild von einem brasilianischen Fan, der ein Album zu sich nach Hause bestellt hatte. Er hatte das Foto aufgenommen, als es bei ihm eintraf!

Warum habt Ihr weiblichen Gesang einbezogen?

Persönlich denke ich, daß unsere Band ohne eine weibliche Stimme kein Ganzes ist. Da sind Songs, die nur von einer Frau gesungen werden können, damit man sie richtig versteht. Es ist das Gleiche, als würdest du reale, live folk music und Instrumente anstatt eines Keyboards oder Samplers benutzen. Es ist sehr viel persönlicher und bringt mehr für die Show.

Was willst Du den Leuten mit Deinen Texten sagen?

Na ja, unsere Texte haben eine große Bandbreite an Bedeutungen. Einige unserer Songs erzählen Geschichten über die Liebe und Tradition, einige schildern eine dunkle postapokalyptische Zukunft, einige klagen über den Verlust der Kultur und des Wissens unserer Vorväter. Es kommt immer auf den Song an. Es ist auch wichtig zu bemerken, daß, wenn wir eine traditionelle Volksmelodie eines anderen Landes verwenden, wir auch den entsprechenden Text verwenden und ihn nicht ins ungarische / englische übersetzen. Wir singen ihn in seiner originalen Form. Deshalb kann man so viele verschiedene Sprachen, von ungarisch, über altertümliches Bulgarisch bis Tuvan, auf dem Album hören.

Hast du einen Lieblingssong auf Eurem Album?

Aber natürlich hab' ich den! Es ist trotzdem schwer einen auszusuchen. Aber definitiv werde ich meine Stimme für die Wahl von Balcanic Heart and Dance of Satyrs (tribute to Daemonia nymphe) abgeben. Dies sind extrem kraftvolle Songs, ich liebe es, sie auf der Bühne zu spielen, es ist eine große Karthasis.

Wie war Eure Zeit im Studio?

Hart, lustig, ermüdend...es war eine Erfahrung! Wir hatten eine großartige Zeit im Denever Soundstudio! Wir hatten zwei großartige Tontechniker bei uns, Profis bis in die Haarspitzen. Ihre Arbeit war ein wahres Geschenk!

Jeder von uns hatte schwierige Momente, aber alle zusammen sind wir stolz auf das, was dabei herausgekommen ist und es zeigt definitiv, daß es wert war, die Zeit und Energie hineinzustecken.

Wie ist Euch die Idee zum Cover gekommen? Und wer designte das Album Cover?

Die Originalidee stammt von Hormai Balaz's "Buso"; Stil und Gefühl eines balkanischen Albtraums...

Das gesamte Artwork, nicht bloß das Cover, also das Booklet, wurde von einem engen Freund der Band, Fazekas "Cyrgaan" Arpad fertiggestellt. Er ist ein sehr talentierter Mann, in dessen Geist genug Verrücktheit eingeflossen ist, um eine solche Arbeit hervorzubringen. Schaut bloß unsere Bilder in dem Booklet an!

Was sind Eure Pläne für das nächste Jahr?
 
Unsere Pläne für 2013...Tja, wo soll ich anfangen? Wir haben eine große Menge neuer Ideen für Songs in unseren Köpfen, die darauf warten, fertiggestellt zu werden. Deshalb fangen wir kurz nach Weihnachten mit der Arbeit an, so daß wir vielleicht schon einige davon auf unseren Gigs im Frühling spielen können. Wir möchten während des Sommers auf so vielen Festivals wie möglich auftreten, sowohl in Ungarn als auch außerhalb. Im Herbst 2013 wollen wir unser nächstes Album herausbringen, aber darüber kann ich jetzt noch nichts sagen.

Erzähle uns etwas über die Metalszene in Ungarn.
 
Gut, allgemein kann ich über die Metalszene nichts berichten, nur über die Folkmetalszene. Ich denke, sie ist nicht so schlecht, wie manche Leute denken. Jeder einzelne Fan der verschiedenen Subgenres könnte etwas finden, daß er mag. Wir haben einige bekannte Bands, auch mit internationaler Aufmerksamkeit, wie z.B. Dalriada, Virrasztok, Kerecsensolyum, usw. Wir sind mit allen eng befreundet, diese Bands halten zusammen...also man würde es nicht wagen auszuloten, wie unsere gemeinsamen Gigs und Aftershowparties abliefen!

Mögt ihr auch Bands aus anderen Ländern?

Ich kann nur für mich selbst sprechen, denn die Band ist so vielfältig mit acht Leuten und acht verschiedenen Musikgeschmäckern. Eine meiner Lieblingsbands ist Eluveitie. Ihre gesamte Performance ist großartig; Musik, Instrumente, Anblick, usw. Es sieht so aus, als hätten wir die Möglichkeit, dieses Jahr mit ihnen auf einem Festival zu spielen. Ich bin schon richtig aufgekratzt deswegen.

Eine humorvolle Frage: Mögt Ihr deutsches Bier?

Leider bin ich nicht wirklich eine Bier - Lady, aber ich verspreche Dir, sollten wir uns nach einem Gig treffen, werde ich einen Krug Bier mit Dir trinken!

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Möchtest du noch etwas sagen?

Danke für Deine Fragen! Ich hoffe, wir werden irgendwann die Möglichkeit haben, für Euch Leute in Deutschland zu spielen, so daß Du meine Bierschuld einfordern kannst! Oh, und Dir noch ein frohes Neues Jahr!
 
 
 
 

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