Musik Reportagen


Rebellion Review Special Teil 1: A Tragedy in Steel - Shakespeare´s MacBeth

Von Michael Kühnemann 7. Feb 2013, 22:08

Zwei ehemalige Grave-Digger-Musiker melden sich mit ihrer neuen Band zurück und treten erwartungsgemäß in die Fußstapfen ihrer Ex-Arbeitgeber. Gitarrist Uwe Lulis und Basser Tomi Göttlich haben eine Weile gebraucht, um wieder Fuß zu fassen in der Musikszene, aber nun liegt mit dem Rebellion-Debüt A Tragedy In Steel: Shakespeare's Macbeth endlich ihre Comeback-Scheibe vor. Zusammen mit Michael Seifert (Black Destiny; v.), Björn Eilen (Ex-Warhead; g.) und Randy Black (Annihilator; dr.) haben

Zwei ehemalige Grave-Digger-Musiker melden sich mit ihrer neuen Band zurück und treten erwartungsgemäß in die Fußstapfen ihrer Ex-Arbeitgeber. Gitarrist Uwe Lulis und Basser Tomi Göttlich haben eine Weile gebraucht, um wieder Fuß zu fassen in der Musikszene, aber nun liegt mit dem Rebellion-Debüt A Tragedy In Steel: Shakespeare's Macbeth endlich ihre Comeback-Scheibe vor. Zusammen mit Michael Seifert (Black Destiny; v.), Björn Eilen (Ex-Warhead; g.) und Randy Black (Annihilator; dr.) haben ...mehr

Hallo und herzlich Willkommen zum ersten Teil des „Rebellion Review“-Specials. In den kommenden Wochen werdet ihr hier im Abstand von 14 Tagen einen Einblick in das bisherige Schaffen von einer der besten Metalbands aus deutschen Landen bekommen: REBELLION. In den vergangenen zehn Jahren veröffentlichte die Band um Basser Tomi Göttlich und Sänger Michael Seifert sechs Alben auf musikalisch und vor allem lyrisch sehr hohem Niveau und diese sollen an dieser Stelle allen, die noch nicht auf die Band aufmerksam geworden sind, nochmals vorgestellt werden. Um das Ganze auch gebührend abzurunden, werden niemand geringeres als Tomi Göttlich und Michael Seifert persönlich zu jedem Album ein paar persönliche Eindrücke, Infos und Anekdoten zum Besten geben.

Rebellion veröffentlichten ihr erstes Album „Shakespeare´s MacBeth – A Tragedy in Steel“ im Jahr 2002 und zugegeben, ich war am Anfang recht skeptisch. Zwei ehemalige Grave Digger Musiker (Uwe Lulis, git. und Tomi Göttlich, b.), die nach ihrem Rauswurf unter dem Namen des bekanntesten Grave Digger Songs auftraten. Ob das funktioniert? Es funktionierte. Komplettiert wurde die Band seinerzeit von Björn Eilen (git., ex-Warhead), Randy Black (dr. ex-Annihilator) und dem damals noch recht unbekannten Sänger Michael Seifert (Xiron, Black Destiny). Ein Quintett das, zumindest auf dem Papier, astreinen Metal versprach. Meine Skepsis sollte sich schnell legen, als ich von einem Kumpel den Sampler eines großen deutschen Metal Magazins bekam und dort den Song „The Prophecy“ hörte. Ich war begeistert und kurze Zeit später nahm mich eben jener Kumpel mit zum Konzert von Running Wild, auf dem Rebellion damals als Support spielten. Nach der Show endgültig infiziert, kaufte ich mir das Album und ließ es von da an in meinem Player dauerrotieren. Eine Zusammenfassung von dem, was mir damals aus den Boxen entgegenschlug, bekommt ihr nun hier.

„MacBeth“ befasste sich seinerzeit, wie der Titel schon sagt, mit der bekannten Geschichte von William Shakespeare. Ein Konzept, das Bassist Göttlich bereits seit etlichen Jahren umzusetzen plante. Dies war aufgrund des Themas mit Sicherheit nicht wirklich einfach, doch Rebellion starteten ihre Karriere mit einem wahren Paukenschlag. Nicht nur, dass der Hörer hier Metal deutscher Prägung vom Feinsten geboten bekam, die CD wurde auch mit ausgiebigen hörspielartigen Sprecherparts (Tomi Göttlich als MacBeth mit rollendem Rrrrr, einfach wunderbar) versehen. Doch gehen wir chronologisch vor.  
Nach einem kurzen Intro, in dem ein Sprecher (welcher nach fast jedem Song auftaucht und die Geschichte somit vorantreibt) eine kurze Einleitung gibt und die Hexen zum ersten Mal vorgestellt werden („When shall we three meet again?“), hämmert einem „Disdaining Fortune“ entgegen. Ein Song, der direkt zeigt, was einen auf dieser CD erwartet. Unheimlich hart und hymnisch hauen die Rebellen direkt ein absolutes Highlight raus. Gefolgt von dem genialen „The Prophecy“ denkt man schon, dass dies kaum mehr zu toppen ist, doch dann kommt das fast 14-minütige „Husbandry in Heaven“. Bei diesem bekommt die Sprecherin von Lady MacBeth (Francesca Schmidt) auch erstmals einen Gesangspart und spätestens jetzt hält dieses Album jeden Fan klassisch-teutonischen Metals gefangen. Die Gitarren kommen abwechselnd melodisch oder super heavy daher, der Bass groovt ordentlich, die Drums treiben die Songs unaufhaltsam nach vorne und Seiferts Stimme (hier sehr häufig noch in weitaus höheren Lagen als heutzutage) war schon damals großartig. Wobei hier anzumerken ist, dass letzterer sich von Album zu Album immer weiter steigerte. Aber dazu in späteren Specials mehr.
Mit „The Dead Arise“ nimmt man dann erstmals ein wenig das Tempo raus, um danach mit dem groovigen „Evil Speaks“ den nächsten Kracher zu präsentieren. Bei „Revenge“ kommt Gitarrist Björn Eilen erstmals als Sänger zum Zug und liefert sich mit Seifert ein wahres Stimmduell. Die beiden düsteren Songs „Claws Of Madness“ und „Demon`s Rising“ zeigen eine weitere Facette in den Songwriterfähigkeiten der Herren Lulis/Göttlich und zählen zu den weiteren Highlights auf diesem Silberling. Abgeschlossen wird diese grandiose CD von „Die With Harness On Your Back“, das als einziges nicht zu hundert Prozent überzeugen kann.

Produziert wurde die Platte (wie alle folgenden auch) von Uwe Lulis und Tomi Göttlich persönlich. Im Black Solaris Studio verpassten sie ihrem Erstling einen druckvollen und guten Sound, der jedoch auf späteren Veröffentlichungen übertroffen werden konnte. Alles in allem also ein hervorragender Einstieg.

Tomi Göttlich:

„Ich kann mich noch gut an diese frühen Jahre erinnern. Uwe und ich hatten aus Grave Digger Zeiten einiges aufzuarbeiten. Wir trafen uns einige Male in Frankfurt und haben einfach nur gequatscht. Bei Grave Digger waren wir immer mehr schlecht als recht miteinander ausgekommen. Das lag zu einem Teil auch daran, dass Chris (Boltendahl, Sänger von Grave Digger; die Red.) das eher gefördert hat, denn so konnte er uns gegeneinander ausspielen, aber ich will hier keine dreckige Wäsche waschen. Wir haben so einige Sachen herausgefunden und aufgearbeitet und sind darüber wirkliche Freunde geworden. An einem Abend sind wir besoffen ins Studio gefallen und haben noch zwei Songs aufgenommen, ich glaube ich habe dann da noch wirklich übelste Guide Vocals drauf gesungen. Aus geschäftlichen Gründen hatten wir ´ne Woche später ein Meeting mit Boggie (Chef von Drakkar). Uwe hat doch tatsächlich die Studioaufnahmen dabei gehabt und sie Boggie vorgespielt … bumm zack … wir hatten einen Plattenvertrag aber noch keine Band.
 
Die Idee für das Konzept hatte ich mit 18 Jahren, als ich das Buch in der Schule gelesen hatte. Ich hatte sogar schon angefangen Texte zu schreiben. Diese Aufzeichnungen sind mir doch tatsächlich während meiner Arbeit an dem Konzept nochmal in die Hände gefallen. Ok … ich habe eigentlich nichts davon gebrauchen können, aber schon cool, wie lange eine Idee manchmal braucht, um umgesetzt zu werden. Eigentlich wollte ich die Macbeth direkt nach der „Tunes of War“ mit Grave Digger machen. Das hätte prima zu Schottland gepasst und mit den damaligen Möglichkeiten der Band hätten wir das live auch ganz anders umsetzen können, aber es ist dann ja ganz anders gekommen. Rückblickend bin ich eigentlich wirklich froh, dass es so gekommen ist. Es sind ja alle Mitglieder der „Reaper“ Besetzung nach und nach aus der Band geflogen.  Da bin ich eigentlich happy, dass es bei mir doch noch früh genug war, um eine bürgerliche Karriere zu starten. Klingt zwar etwas spießig, aber in der heutigen Zeit würde ich nicht von der Musik leben wollen. Da verdiene ich meine Brötchen lieber normal und kann musikalisch machen was MIR Spaß macht.
 
Die Aufnahmen zur Platte haben doch recht lange gedauert. Ich meine ich habe später gelernt, dass das bei Uwe immer so ist …  (bei der Arminius Scheibe war es übrigens genauso … vielleicht liegt es ja auch an mir … nee kann ned sein, lach). Wir hatten eine fette Promo Party geplant und aus ganz Europa Journalisten einfliegen lassen (damals war dafür noch genug Geld da, man hat ja auch noch Platten verkauft) und die warteten im Studio auf den Beginn der Präsentation. Während der erste Song lief, war Uwe hinter den Kulissen noch damit beschäftigt den letzten Song fertig zu mischen. Man muss sich mal vorstellen, da wäre irgendwas schief gelaufen … der Song war dann fertig, als der direkt davor anfing … ich bin fast gestorben.“

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Artikel Information

Künstler: Rebellion
Erscheinungsdatum: 2002-03-25
Label: Drakkar (Sony Music)
Laufzeit: min

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