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Hörspiel Kritik: Gruselkabinett Folge 71: Der Eschenbaum

Von Karsten Kloß 8. Feb 2013, 00:46

Sir Matthew Fell hat die Angewohnheit im Schlafzimmer seines Herrenhauses bei offenem Fenster zu schlafen. Vor diesem steht ein riesiger Eschenbaum, der ihn durch die Bewegung seiner Äste in den Schlaf wiegt. Eines Nachts wacht er auf, weil die alte Ms. Mothersole vor seinem Zimmer ein düsteres Ritual abhält. Da Sir Matthew Ms. Mothersole schon öfter von seinem Grundstück verwiesen hat, führt er die alte Frau nun direkt vor den Hexenjäger. Dieser macht sofort kurzen Prozess und verurteilt die Alte zum Tode. Bevor Ms. Mothersole aber stirbt, verflucht sie Sir Matthew und seine ganze Familie. Kurze Zeit später wird Sir Matthew mit vor Schreck verzerrtem Gesicht in seinem Zimmer tot aufgefunden, obwohl die Tür verschlossen war. Die Jahre vergehen und auch Sir Matthews Sohn wird von einem ähnlichen Schicksal ereilt. Danach wagt sich niemand mehr in das ehemalige Schlafzimmer, bis Sir Richard Fell die Absicht hat dort während eines großen Festes zu nächtigen. Natürlich schläft auch er gerne bei offenem Fenster und so beginnt das Grauen.

Mit Folge 71 der äußerst erfolgreichen Hörspielreihe Gruselkabinett veröffentlichen das Regisseurgespann Marc Gruppe und Stephan Bosenius die erste Geschichte aus der Feder des britischen Autors Montague Rhodes James. Dieser war Provost am King’s College, in Cambridge sowie im Eton College. Während dieser Zeit veröffentlichte James viele Kurzgeschichten, die nun zu den Klassikern der viktorianischen Gruselliteratur gehören. Wie in der vorliegenden Geschichte achtet James dabei vor allem auf den Aufbau der Spannungskurve und lässt innerhalb der Geschichte auch Informationen aus der Weltgeschichte einfließen.

Durch die Erzählweise der Geschichte ist es den Machern des Hörspiels gelungen eine spannende und lebendige Geschichte zu erzählen. Die Brücke zwischen den unterschiedlichen Generationen ist gut gelungen und auch die Geschichte selbst kann dem Hörer eine gehörige Gänsehaut verpassen. Mit der Auflösung der Geschichte hat man zu Beginn des Hörspiels zwar schon gerechnet, aber wie es dazu kommt ist wieder eine ganz andere Geschichte. Der Spannungsaufbau ist langsam, sticht aber durch einzelne Gruselmomente hervor. Für die Sprecherriege konnten Gruppe und Bosenius erneut auf Hasso Zorn als Erzähler zählen sowie auf Frank-Otto Schenk, Hans-Jürgen Dittberner und Katarina Tomaschewsky. Hörspielproduktionen wie diese sorgen dafür, dass der Hörspielmarkt weiterhin bestehen bleibt und dass man sich noch längere Zeit an solch gut gemachten Produktionen erfreuen kann.

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M.R. James;Hasso Zorn;Katarina Tomaschewsky;Martin Kautz: Gruselkabinett - Folge 71: Der Eschenbaum

Artikel Information

Künstler: M.R. James;Hasso Zorn;Katarina Tomaschewsky;Martin Kautz
Erscheinungsdatum: 2012-11-16
Label: Titania Medien (Tonpool)
Laufzeit: min

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