Will Davenport (Tom Brittney) hat seinen Platz in der Gemeinde von Grantchester gefunden. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer, ist er aber auch ein gern gesehener Gast in der Gesellschaft. So auch an diesem Abend, als er sich bei einem großen Fest zeigt, auf dem auch einige Kids von der naheliegenden Universität auftauchen. Alle scheinen ausgelassen und fröhlich zu sein, doch am nächsten Morgen findet man eines der Mädchen tot im Teich der Mädchenuniversität liegen.

Nach näherer Untersuchung stellt man fest, dass es sich dabei um keinen Unfalltod, sondern um einen äußerst brutalen Mord handelt. Inspector Geordie Keating (Robson Green) beginnt direkt mit den Ermittlungen und deckt dabei schockierende Umstände an den jeweiligen Universitäten auf, die aber nicht von den Professoren, sondern von den Studenten an sich praktiziert werden.
Auch wenn es sich bei Grantchester um einen relativ kleinen Ort handelt, gibt es für die Polizei dort immer etwas zu tun. Kurz nach der Sache an der Universität wird ein Mann auf offener Straße überfahren und es wird Fahrerflucht begangen. Da Will und sein Kaplan Leonard Finch (Al Weaver) zum Unfallzeitpunkt vor Ort waren, kann nach dem Verdauen des Schrecks eine relativ gute Beschreibung des Tatfahrzeugs als auch des Nummernschilds geliefert werden. Schnell ist der Täter geschnappt, so glaubt man, doch ist es wirklich der richtige? In dem Haus wohnen zwei Brüder, von denen Beide die Tat hätten begehen können.
Während beider Ermittlungen konnte Will die Reporterin Ellie Harding (Lauren Carse) ein wenig besser kennenlernen, mit der er sich ausgezeichnet versteht. Als er sie zu einem Kinobesuch einlädt, ist die Freude aber nur von kurzer Dauer. Der Filmvorführer und gleichzeitig auch der Kinobesitzer wird während der Vorführung im Vorführraum brutal erstochen aufgefunden. Als Tatverdächtiger gilt ein scheinbar Obdachloser, der ab und zu im Kino Unterschlupf finden kann. Doch irgendetwas ist komisch an der Tat, so dass Will, Geordie und Ellie in dem Fall noch etwas genauer ermitteln.
Kurz darauf sehen Will und Geordie einen nackten Studenten an sich vorbeilaufen, der die Passanten vor den Aliens warnt. Während Geordie den jungen Mann wegen Belästigung festnehmen möchte, beruhigt Will ihn wieder und weist auf ihre eigene Jugend hin. Ein großer Fehler, denn kurz darauf liegt der Mann tot im Moor. Waren es wirklich die Aliens, oder doch etwas völlig Irdisches und was haben die LSD-Forschungen eines berühmten Professors damit zu tun?
Leider ist dies aber nicht die letzte schreckliche Tat in Grantchester. Nach einem Selbstmord nach einem Jugendboxkampf gerät einer von Wills Freunden in arge Bedrängnis. Doch damit immer noch nicht genug. Eine junge Frau wird ermordet im Park aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um eine Nonne aus dem nahen Kloster handelt – doch dieses birgt ein dunkles Geheimnis.
Lange mussten wir deutschen Zuschauer jetzt auf eine Fortsetzung der britischen Krimiserie „Grantchester“ warten. Nun ist es aber endlich so weit und Edel veröffentlicht die lange erwartete fünfte Staffel dieser gut durchdachten Krimireihe.
Ebenso wie in den vorherigen Staffeln bieten uns die Macher eine gute Mischung aus „Whodunnit“ Fällen und einer derben Portion an Gesellschaftskritik der damaligen und oft auch noch der heutigen Verhältnisse. Dabei stehen wieder die Leben von Pfarrer Will Davenport, seines Kaplan Leonard Finch, seiner Haushälterin Mrs. Chapman (Tessa Peake-Jones) sowie des Polizisten Geordie Keating und seiner Familie im Mittelpunkt.
Vor allem die Gesellschaftskritik in der Serie hat in dieser Staffel einen hohen Stellenwert eingenommen. So wird Cathy (Kacey Ainsworth), die Frau von Geordie zur Betriebsratsvorsitzenden gewählt, was natürlich deutlich mehr Arbeitsstunden bedeutet. Als günstige Lösung lädt Geordie seine Schwiegermutter zu sich nach Hause ein, ohne zu ahnen, dass diese seit langem an einer psychischen Krankheit leidet. Schnell wird das Leben mit ihrer Mutter für Cathy wieder zu einem ständigen Auf und Ab, aus dem es nur einen Ausweg geben kann.
Mrs. Chapman wir dagegen mit der nicht ganz so sauberen Vergangenheit ihres Ehemannes konfrontiert. Dieser hat im Indienkrieg für kleine Gefälligkeiten gerne einmal die Hand aufgehalten und so seinen Reichtum noch gesteigert. Nun kommt diese Habgier aber zurück wie ein Bumerang und Mrs. C. weiß nicht mehr, ob sie ihrem Mann überhaupt noch vertrauen kann.
Doch nicht nur bei Wills Freunden gibt es Probleme, auch er selbst ist mit sich und seiner Weltanschauung am Hadern. Auf der einen Seite hat sich seine Mutter neu verliebt und beginnt nach dem Tod ihres Mannes endlich wieder aufzublühen. Leider scheint dieser Mann in Wills Augen genau wie sein Vater zu sein, der nur versucht seine Frau zu unterdrücken und ihr Befehle zu geben.
Auf der anderen Seite hadert er mit seiner Position als Priester. Nicht nur, dass er von einem seiner Freunde in seiner Menschenkenntnis getäuscht wurde und an sich selbst zu zweifeln beginnt, auch die Zuneigung zur Fotoreporterin Ellie machen ihm zu schaffen. Nachdem er in seiner Jugend ein zu ausschweifendes Leben geführt hatte, möchte er nun zölibatär leben, doch Ellie macht ihm dieses nicht gerade einfach.
Auch wenn es wieder nur sechs Episoden dieser Krimiserie sind, kann man beim schauen sehr gut in die Welt der 1950er Jahre in Großbritannien versinken. Die Kulissen und Kostüme sind hervorragend, die Schauspieler sind gut gewählt und die Handlung genau passend. Die Fälle sind spannend und oft auch sehr traurig. Die Frage die meistens hinter all den Morden steckt – warum ist jemand so weit gegangen ein anderes Leben auszulöschen? Leider ist diese Frage in der fünften Staffel nicht ganz so einfach beantwortet und die Tragik dahinter oft groß.
Meine Meinung: 10 von 10 Punkten