„Die Straßenkinder von Montmartre“ von Patrick Prugne spielt im „Paris am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die geschäftige Großstadt boomt und brummt und dehnt sich immer weiter aus. An ihren Rändern jedoch haben sich all diejenigen angesiedelt, denen es nicht vergönnt ist, am wachsenden Wohlstand teilzuhaben – Glückssucher aller Art, Künstlertypen, die Ärmsten der Armen.

Patrick Prugne (»Pawnee«, »Die Herberge am Ende der Welt«) gelingt es, in warmen Aquarelltönen ein einzigartiges Lebensgefühl einzufangen, das zwischen bitterer Not und stolzem Selbstbehauptungswillen das Leben an sich feiert. Dass seine Bilder dabei auch Einflüsse berühmter Montmartre-Künstler jener Zeit wie Poulbot oder Steinlen aufweisen, versteht sich von selbst – schließlich treten sie im Rahmen der Erzählung ja selber auf. Mit umfangreicher Skizzensammlung im Anhang.“
Die warmen Panels, die gefühlvolle Geschichte um das Viertel von Montmartre, stellt dank Patrick Prugne erneut die Kinder in den Vordergrund. Montmartre (französisch für Märtyrerhügel) ist ein Hügel im Norden der Großstadt und auf dem Gipfel ist die Basilika Sacré-Cœur.
Jean, der sich nahezu freiwillig von den Straßenkindern als Aristokratensohn kidnappen lässt, um seinen Vater zu entkommen, bringt eben jenen Kindern dann auch noch das ein oder andere bei. Am Ende entsteht eine Art rudimentäre Bande zwischen Jean und den ärmeren Kindern. Seinen Vater eins auszuwischen gefällt ihm aber dennoch, die Strafe und die Konsequenzen dann nicht. Verständlich.
Alles in allem eine schöne Geschichte, die zwischen Künstler(tum), Aristokratenkind, Kinder der Armut, Erziehung et cetera pendelt. Verschiedene Geschichten in einer größeren verpackt. Sehr gelungen, sehr gut zu lesen und anzusehen.
Titel: Die Straßenkinder von Montmartre
Autor: Patrick Prugne
Illustrator: Patrick Prugne
Verlag: Splitter Verlag
Veröffentlichungsdatum: April 2016