Im September 1963 entleeren sich die malerischen Strände des französischen Badeortes Loctudy, während die meisten Besucher verreisen. Nur die angehenden Studenten Albert, Francis und Édouard verweilen und verlängern ihre Ferien, um heimlich den Wein in den Weinkellern ihrer Väter auszukosten, bevor sie an renommierten Universitäten studieren.

An einem Abend am Strand begegnen sie Odette, einer geheimnisvollen jungen Frau, die ihre Herzen im Sturm erobert. Vor allem Albert empfindet eine tiefe Zuneigung, sodass er sich bereit erklärt, mit Odettes Bande von Einbrechern in die vornehmen Villen einzudringen – ein riskantes Unterfangen, das seinen guten Ruf gefährdet.
Pascal Rabaté verortet diese subtile Erzählung über die Nachkriegsgeneration 18 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und fünf Jahre vor dem Höhepunkt der 68er-Bewegung. Seine Beobachtungen zu individueller Freiheit und sozialem Zwang sowie die bleibende Wirkmächtigkeit vermeintlich vergangener Dinge bleiben zeitlos.
Etwas mehr als 140 Seiten einer Liebesgeschichte mit leicht politischem Anstrich. Oder eine Geschichte über drei fast-erwachsene Freunde, die von Odette, der geheimnisvollen Frau, um den Finger gewickelt werden. Albert ist hin und weg, ist ganz vernarrt in sie, nimmt am erzwungenen Einbruch freiwillig teil, während seine beiden Freunde „ein wenig Nachdruck“ verliehen bekommen. Odette hat an Albert auch etwas gefunden.
Alle drei Freunde kommen aus gut situierten Häusern und das alles könnte die Karriere eines jeden einzelnen gefährden. Die Geschichte nimmt die ein oder andere kleine Wendung, später werden es größere. Ein schöner Verlauf einer interessanten, spannenden Geschichte kurz bevor die 1968er-Bewegung losging. Liest sich gut, flüssig und die Zeichnungen samt Stil sind auch außerordentlich gelungen.
Titel: Unter den Kieseln der Strand
Verlag: Splitter Verlag
ISBN: 978-3-96792-289-9
Erschienen am: 22.02.2023
Szenario: Pascal Rabaté
Zeichnung: Pascal Rabaté
Übersetzg.: Désirée Schneider
Einband: Hardcover
Seitenzahl: 144