Mit seinem neuen Projekt Pinhead entführt der Multiinstrumentalist Ilja John Lappin (unter anderem bekannt als Bassist und Sänger der Progressive Metal Band „The Hirsch Effekt“) die Zuhörer in seine persönliche Klangwelt. Den Großteil darf man dem Progressive Metal zurechnen, die mp3-Metadaten von „Egomessiah“ zeigen mir Modern Metal an. Aber stur auf beides festnageln kann man dieses Projekt nicht.

“Zu erwarten ist ein genreübergreifendes Wechselbad der Gefühle: sanfte, eingängige Melodien, klare, hingebungsvolle Gesänge – bis hin zu dämonischen Schreien und Growls, aggressiven und treibenden Metalriffs, zu denen sich melancholische Industrial- und Gothic Vibes gesellen.” heißt es ergänzend in der Info.
Unterstützt wird diese musikalische Darbietung (bei den Live-Shows) von einer Live-Band, die aus Gitarrist Florian Fleischer (Deine Cousine), Bassist Marc „Moorbius“ Andrejkovitz, Schlagzeuger Simon Schröder (Oomph, Cypecore) – und einer eigens dafür programmierten Lichtshow besteht.
Überraschenderweise ist bei all dem Geschrei, den Tempi-Wechsel und Co auch eine Ballade mit Xandria-Sängerin Ambre Vourvahis mit dabei. Die ich wirklich unglaublich gut und gelungen finde. Wenig repräsentativ für die gesamte Platte, aber mein eindeutiger Lieblingssong auf dem Album. Der Instrumental-Teil im letzten Song (und mit über zehn Minuten Spielzeit auch der längste) bei rund 3:20 Minuten empfinde ich ebenfalls als gelungen, vor allem die Stops-and-Gos bei den tieferen Gitarrenklängen.
Ansonsten ist der instrumentale Teil des Solo-Projekts nicht ganz so herausfordernd wie bei The Hirsch Effekt, dennoch aber komplexer als vieles andere aus dem Metal-Bereich. Und textlich, nun ja. Die Info beschreibt es so: „Die Musik von PINHEAD erzählt vom Zerbrechen und Neu-Zusammensetzen, dem Abschied von indoktriniertem Gedankengut und den Geistern der Vergangenheit, dem Aufbruch aus einer alten Welt, der Zuwendung zu allem Neuen und vor allem: zu sich selbst.“
Insgesamt eine vertrackte Platte, interessante Texte, unterhaltsame Musik mit ausreichend Abwechslung damit es nicht eintönig wird. Selbst wenn das Album zum zehnten oder zwanzigsten Mal durchläuft innerhalb von wenigen Tagen. Herausgeschmissen wird man am Ende von „Lesser Lights“, dem über zehn Minuten langen Track, übrigens mit ruhigen, aber dissonanten Ambient-ähnlichen Klängen.
Artist: PINHEAD
Albumtitel: Egomessiah
VÖ: 31.01.2025
Label: NoCutMusic GbR