Frankreich im 18. Jahrhundert. Um den ewig währenden Konflikt zwischen Österreich und Frankreich endlich beizulegen planen Königin Maria Theresia von Österreich und König Ludwig XV von Frankreich ihre jeweiligen Kinder beziehungsweise Enkelkinder miteinander zu vermählen.

So kommt es, dass Marie Antoinette von Österreich schon als Kind an Kronprinz Ludwig-August versprochen wird. Nach viel höfischem Training in Österreich wird die junge Dame dann am 16.Mai 1770 mit Ludwig vermählt und muss sich danach fast komplett von Österreich lossagen.
In Frankreich angekommen trifft sie zuerst einmal der Kulturschock, doch schnell findet sie sich in ihrem neuen Leben am französischen Königshof zurecht. Unterwiesen wird sie dort von ihren Tanten, die ihr auch mitteilen, dass sie keine der Edeldamen ansprechen darf und nur sie ein Gespräch mit den Damen anfangen kann.
Was ihr zuerst sehr ungewöhnlich vorkommt, kommt ihr schon kurz darauf mehr als zugute. Die Edeldame Du Barry, die als Mätresse des Königs einen gewissen Ruf am Hof hat, wird von Marie Antoinette komplett ignoriert. Du Barry lässt sich dieses natürlich nicht gefallen und versucht verschiedene Hinterlisten, um Marie Antoinette in ein schlechtes Licht zu rücken.
Hiebei entwickelt sich Oscar Francois De Jarjayes zu einem Spielball zwischen den beiden mächtigen Edelfrauen. Diese junge Frau ist mehr als einzigartig, da sie die einzige Frau mit einem hohen militärischen Rang ist und zur Leibgarde der Königsfamilie gehört. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalität liegt und vor allem, was dabei das Beste für ihre Eltern ist. Denn auch diese könnten schnell in der Gunst der Adeligen auf- oder absteigen.
Und dann ist da auch noch die junge Jeanne, die sich zu etwas besserem berufen fühlt. Einer Eingebung nach spricht sie bei einer Adeligen vor und berichtet ihr, dass sie eine Nachfahrin des verstorbenen Adligen Valois sei. Wie es der Zufall so will, hat diese Adelige eine große Zuneigung für den Verstorbenen gehabt und nimmt die junge Frau unter ihre Fittiche. Doch das ist für Jeanne nur der Anfang. Ihr Ziel ist der Königspalast und auf diesem Weg schreckt sie auch vor Leichen nicht zurück.
Mit „Lady Oscar – Die Rose von Versailles“ veröffentlichte Riyoko Ikeda vor vielen Jahren schon einen Meilenstein der Manga Kunst. In dieser Geschichte verarbeitet die Autorin und Zeichnerin die Geschichte der jungen Königin Marie Antoinette, die im Endeffekt maßgeblich an der historischen Entwicklung die zur französischen Revolution führte beteiligt war.
Der vorliegende erste Band behandelt die Kindheit von Marie Antoinette in Österreich sowie die ersten Jahre als Kronprinzessin. Schon hier wird klar, welchen Stellenwert sie in der Geschichte hatte und auch wie sie am Anfang zu einem Spielball der französischen Adligen geworden ist, denn der Einfluss ihrer „Tanten“ ist vor allem in diesem Teil der Geschichte noch sehr groß.
Die Titelgebende „Lady Oscar“ spielt in diesem Teil der Geschichte noch eine Nebenrolle. Natürlich ist sie aber dennoch bei den Adeligen eine Besonderheit, da sie von ihrem Vater schon seit Kindestagen als Mann behandelt wurde und dabei auch noch militärisch unterrichtet wurde. SO gerät sie an den königlichen Hof und wird durch Ränkespiele der „feinen Damen“ zur Leibgarde von Marie Antoinette ernannt.
Die nun bei Planet Manga von Panini erschienene Neuauflage ist wirklich sehr gelungen. Das Format ist größer als ein gewöhnlicher Manga und auch die Papierqualität ist sehr gut. Daher kommen die wunderschönen Zeichnungen von Riyoko Ikeda auch sehr gut zur Geltung. Vor allem die „Nahaufnahmen“ und Portraits der einzelnen Figuren sind für diesen Band wie geschaffen.
An und für sich konzentriert sich Riyoko Ikeda in diesem Band nicht nur auf die Geschichte, sondern hauptsächlich auf die Figuren und deren Kleidung. Hintergründe gibt es natürlich, stehen aber definitiv nicht im „Vordergrund“ und sind oft einfach blank, oder rudimentär gezeichnet. Dies macht das Lesen auch zu einem Vergnügen, da die Figuren hier wirklich im Mittelpunkt stehen.
Mir hat dieser Band wirklich gut gefallen. Die überarbeitete Neuauflage von Panini mit der Übersetzung von Katrin Stamm ist sehr gut und mit dem Golddruck auf dem Cover für Sammler sehr ansprechend. Als Bonus gibt es in dieser Auflage noch eine Postkarte beziehungsweise Sammelkarte des Covers.
Meine Meinung: 10 von 10 Punkten