Mit “The Cure” veröffentlicht die aus internationalen Musikern bestehende Band „Wildflower“ nun ihr erstes Album mit zehn Eigenkompositionen. Nach der erfolgreichen Konzertreihe „Roots ‚n‘ Branches“ in der etablierte KünstlerInnen mit NachwuchsmusikerInnen zusammen auf der Bühne standen, war es Zeit für Organisatorin Biggi Binder wieder in einer Band Musik zu machen.

Gemeinsam mit Pianist, Keyboarder und Produzent Jean-Pierre Barraqué aus Frankreich, Schlagzeuger Thomas Keltsch, Mr. Bass Man Rolf Kersting sowie der in USA geborene und in Kanada aufgewachsene Gitarrist Steve Mushrush startet Sängerin, Vocal Coach und Multiinstrumentalistin Biggi Binder nun mit einem Misch aus unterschiedlichen Musikstilen und jeder Menge Spielfreude durch.
Generell ist es sehr schwer zu beschreiben, welchem Musikstil „Wildflower“ sich nun verschrieben haben. Es ist eine Mischung aus Blues, Rock und Soul, mit Einflüssen des Jazz, des Folk und auch ein wenig Country. Dennoch ist jeder Song eine Überraschung und immer wieder etwas Neues.
Es startet alles mit dem sehr funkigen „Get a little Closer“ welches ein cooler Genre-Mix ist und vom Gesang sowie von den Instrumenten ein wenig an die alten Motown Songs erinnert. Ein sehr guter Opener, der Lust auf das Kommende macht.
Schon im nächsten Song „Childhood Days“ ändert sich aber der Ton des Albums. Vom funkigen Sound des Openers wechselt es nun zu einem eher nachdenklichen und melancholischen Stil, der im Refrain zwar den Höhepunkt findet, aber den düsteren Unterton beibehält. Vor allem der Gesang ist hier das prägendste stilistische Mittel, welches aus meiner Sicht die Traurigkeit des Songs sehr gut trägt.
Der dritte Song des Albums ist dann der Titeltrack, der mit „The Cure“ den gleichen Namen wie das Album trägt. Ein sehr eingängiger Song, der sich recht schnell im Ohr einprägt und sich dort als Ohrwurm festsetzt. Dennoch aber wieder total vielseitig, mit Einflüssen des Folks, aber auch des Jazz.
Als vierten Song präsentiert die Band das melancholische und soulige „Blue“, bei dem man sich die Band in einem verruchten Untergrundnachtclub vorstellen kann, in dem sie diesen Song vor einem interessierten Publikum präsentieren.
Doch dabei bleibt es nicht, denn darauf folgt mit „Galway“ eine folkige Ode an die Lieblingsstadt der Band, die an der irischen Küste gelegen ist. Vor allem die Flöte ist hier wirklich herausragend und lässt einen direkt an die grünen Wiesen Irlands denken.
„With Open Eyes“ ist dann das komplette Gegenteil. Ein unfassbar fröhlich gespielter Song, der schon bei den ersten Tönen gute Laune macht. Doch schon mit „The Way“ wird dieses Gefühl wieder unterbunden und dieser schwere und melancholische Song zieht einen wieder in die Realität zurück. Ein richtig guter Song, der einen zum Nachdenken und auch zum „in-sich-gehen“ anregt.
Mit dem sehr souligen Broken Wings“, welches ein sehr cooles Keyboard-/Orgelsolo hat, leiten Wildflower schon fast zum Endspurt ein. Nach der Ballade „Here in your Arms“ ist dann mit „Last Best Place“ auch Schluss. Dieses ist auch ein sehr guter „Rausschmeißer“, da er unfassbar facettenreich ist und die Musiker hier an verschiedenster Stelle zeigen, welche Spielfreude in ihnen steckt. Daher macht dieser Song auch definitiv Lust, das Album direkt noch einmal von vorne zu hören.
Wildfolwer ist es gelungen mit „The Cure“ ein gelungenes Erstlingswerk hinzulegen. Wer in diesen unterschiedlichsten Genres zu Hause ist und Spaß an der Mischung dieser Musikarten hat, wird begeistert von „The Cure“ sein. Wildflower bieten mit ihren Ausnahmemusikern einen mehr als gelungenen Genremix, der Lust auf noch mehr Musik und ein dazu passendes Live-Erlebnis mit der Band macht.
Meine Meinung: 10 von 10 Punkten