Mit dem Album „Große Freiheit“ hat alle begonnen und mit „10 Jahre Swiss + Die Andern: Best Of“ gibt es den vorerst letzten Longplayer beziehungsweise Doppel-CD. Obwohl in diesem Jahr gibt es schon wieder Nachschub, wie wir an dieser Stelle berichtet haben. Laut Swiss & Die Andern ist Punk dann tot. Wie bei einer Best-Of-Platte üblich, finden sich alle wichtigen Songs und Hits zusammen. Allerdings ist es dann doch wieder anders, denn einige Stücke haben neue Strophen, ein Makeover und den einen oder anderen Special Guest bekommen.

Die Gäste sind teilweise von den jeweiligen Stücken schon bekannt, bei dem einen oder anderen Track gab es ursprünglich aber keinen Gast-Part. Da haben sich die Hamburger Punkrapper etwas Schönes einfallen lassen. Auch die Kritiker bekommen direkt von Swiss oder durch den einen oder anderen Gast ihr Fett weg. Ich lasse jetzt bewusst offen, ob ich die Kritik befürworte oder nicht. Den Umgang damit gut finde oder eben nicht so.
Einige Zusatzstrophen sind schon ein bisschen hart und “drüber“. Als ich „Kuhle Typen“ gezeigt habe, wurde ich schwer irritiert angesehen. Die Original-Nummer gefiel dann wohl besser. Bei dem gleichen Publikum gingen dafür Stücke mit SDP viel schneller ins Gehör als beispielsweise „Bullenwagen“. Den wiederum ich lustig finde und als humoristischen Song wahrnehmen.
„Elbe“ mit Jan Plewka (Selig) und „Asche zu Staub“ bieten einen schönen Gegenpol mit melancholischer Note. Letzteren kann ich mittlerweile besser hören ohne das meine Stimmung zu gravierend kippt und ich wieder stundenlang im Dunkeln sitze. Die beiden Stücke sind auch direkt hintereinander weg angereiht auf der Best-Of.
Insgesamt gibt es etwas mehr als 1,5 Stunden Musik auf die Ohren und einigermaßen gute Stimmung, einige Überraschungen bei den Gästen. Und dann auch wieder nicht, weil es irgendwie naheliegend ist. Kann man sich wirklich gut anhören und geht nach wie vor gut ins Ohr. Für Fans sicher Pflichtprogramm.
Artist: Swiss & Die Andern
Albumtitel: 10 Jahre Swiss + Die Andern: Best Of
VÖ: 16. August 2024
Label: Missglückte Welt