Soilwork haben am 19. August 2022 bei Nuclear Blast Records ihr neuestes, und zwölftes Studioalbum veröffentlicht. Dieses hört auf den Namen „Övergivenheten“ und kann mit dem Englischen „Abandonment“ übersetzt werden. Zu Deutsch ein ganz starkes Gefühl von Verlassen, Alleinsein. Zu den Schweden gesellte sich nun der neue Bassist, und ehemaliges Tour-Mitglied, Rasmus Ehrnborn, der 2022 ein vollwertiges Mitglied wurde. Außerdem handelt es sich bei diesem Werk um das erste als Sextett seit dem 2013er-Album „The Living Infinite“.
Die Aufnahmen zum Album „Övergivenheten“ waren, im Vergleich zu den vorherigen Alben, um einiges länger und repräsentiert in gewisser Weise, das Wohlbefinden der Jungs von Soilwork. Aufgenommen wurde der Longplayer im Nordic Sound Lab in Skara, Schweden. Erneut mit Produzent Thomas „Plec“ Johansson, der auch die letzten beiden Projekte produzierte. Geschrieben und aufgenommen wurde in drei Sessions zwischen Januar und Dezember 2021.
Drummer Bastian Thusgaard kommentiert das „on the road“ in Zukunft wie folgt: „We don’t know what to expect when getting back out there. It is kind of abstract to return to touring lifestyle due to the long break and uncertainty, but we are looking forward to the return.“

All die neuen Erfahrungen, gut wie schlecht, können wahrscheinlich als Einfluss auf das aktuelle, neue Soilwork angesehen werden. Immerhin musste man sich zwangsläufig allein fühlen, vielleicht sogar einsam. Und zudem mit dem Gedanken befassen, andere Personen, die einem nahe stehen, nicht besuchen zu können oder zu dürfen. Das kann ein Gefühl von „ich lasse die Person allein“ vermitteln. Oder: Ich bin daran schuld, dass die Person sich einsam, allein fühlt. Muss nicht. Aber kann. Je nach emotionalen Zustand kann man sich davor besser zu schützen.
Neben dem Titeltrack gibt es noch andere Stücke, die in einer anderen Sprache benannt sind. Da wäre zum Beispiel „Nous sommes La Guerre“ – Wir sind (der) Krieg – oder das Instrumentale „Morgongåva / Stormfågel“ – Morgengeschenk / Sturmvogel. Letztgenannter Track sorgt dafür, ein bisschen „herunterzukommen“ und in einen anderen Gemütszustand getragen zu werden. Nur um dann durch den nachfolgenden Song „Death, I Hear You Calling“ wieder in einen anderen versetzt zu werden. Auch wenn dieser Song eher an Hardrock, wie an Schweden Melo-Death-Metal erinnert.
Wer dafür (Melodic Death Metal) zu Soilworks neuem Album greifen möchte, der wird schon enttäuscht werden. Es werden Riffs präsentiert, die eine solche Einfärbung haben, aber nicht mehr dieses Genre zugeordnet werden können. Auf der anderen Seite heißt das aber nur, dass es ein musikalisch anders-ausgerichtetes Album ist und ist (noch) keine Wertung als solches. Außer, wie ich, jemand erwartet schwedischen melodic death metal, wie einst. Dann schön. Daher: Musikalisch okay, textlich wahrscheinlich besser und durch die – unter anderem, nicht ausschließlich – Pandemie beeinflusst. Muss auch nicht verkehrt sein. Mich holt das Album allerdings, leider, nicht ab und ist eher im Mittelfeld.