Kürzlich ist mit „Todesruf“ der 22. Fall von der Kommissarin Julia Durant bei Droemer Knaur erschienen. Dieser stammt aus der Feder von Andreas Franz und Daniel Holbe. Die Verlagsangabe lautet zu diesem Buch wie folgt:
„Weihnachten in Frankfurt. Eine junge Frau verlässt an Heiligabend spät ihre Familie, um ihrer Arbeit nachzugehen. In dieser Nacht zahlen die Freier erfahrungsgemäß besonders gut. Am nächsten Tag findet man ihre Leiche. Sie war im dritten Monat schwanger. Julia Durant und ihr Chef und zukünftiger Ehemann Claus sind zutiefst berührt. Das Schicksal der jungen Frau trifft Julia hart, die eigentlich mit Hochzeitsplanungen beschäftigt ist. Nach ein paar Tagen meldet sich Peter Brandt, Julias Kollege aus Offenbach: Auch hier wurde eine Tote gefunden, ein Callgirl mit betuchter Kundschaft. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden? Die zwei Frauen waren nur scheinbar auf eigene Rechnung tätig, in Wahrheit stand hinter beiden jemand, der abkassierte. Zwei Reviere, zwei Clans? Handelt es sich womöglich um eine Fehde unter Zuhältern?
Zum 22. Mal bereits ermittelt die Frankfurter Kommissarin Julia Durant in einem nervenzerfetzenden Fall. Ein Muss für alle Fans von Andreas Franz und Daniel Holbe.“ (Quelle)

Um nicht zu spoilern drücke ich mich etwas „umständlich“ aus, da ich hier sowohl einen Spagat machen muss zwischen „deutlich machen, was gemeint ist“ und „nicht zu viel verraten“. Beispielsweise finde ich das Ende ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Mir fehlen einige Seiten für etwaige Erklärungen. Bisher habe ich Julia Durant-Bände als „in sich abgeschlossen“ wahrgenommen und Überbleibsel wurden, kriminal-relevante nicht persönliche, in meiner Wahrnehmung abgeschlossen. Das sehe ich hier nicht so. Das Ende ist auch ein wenig holprig. Den Täter hat man gar nicht auf dem Schirm gehabt und wurde nicht mal annähernd angeteast. Was wahrscheinlich Sinn und Zweck eines Krimis ist, dennoch fühlt es sich komisch an. Er war nicht auf dem Schirm und stolperte förmlich in das Ende aus einem versteckten Zauberhut.
Und die Bulgarin? Wurde sie gefunden? Von „ihm“? Nach über zwanzig Fälle das Element eines Cliffhangers einzuführen. Ich weiß nicht. Es ist befremdlich. Und der neue Arbeitskollege von Durant. Naja, das wurde „geschickt gelöst“. Die einzige Person, die deutlich Hinweise geben könnte, dass man sich wappnen muss, ist ja gerade in einem Zustand gefangen, der Kommunikation und etwaige Hinweise nicht hergibt. Praktische Fügung oder an den Haaren herbeigezogen? Ich bin unentschlossen.
Das Fragen zur Personalie offenbleiben, bin ich gewohnt. Kriminal-relevante Sachen nicht so. Kam meines Erachtens bisher nicht vor. Cliffhanger, meine ich.
Ich bin daher unentschlossen, wie ich das Buch „Todesruf“ von Andreas Franz und Daniel Holbe finden soll. Inhaltlich auf jeden Fall wieder gelungen und spannend. Beim Hauptstrang. Auch wenn es mir da zu schnell, zu holprig am Ende wurde. Aber die ganzen anderen Baustellen sind faktisch offen geblieben. Sabine wurde einige Male erwähnt und dass es schade ist, dass es keinen oder weniger Kontakt zu ihr und Durant gibt. Ist eine oder alle Baustellen so groß, dass sie den Fall übernimmt in ihrer Reihe? Sie arbeitet ja beim LKA. Spekulationen nützen nichts. Aber: Ich wollte damit auch nur verdeutlichen, wie sehr mich das beschäftigt, wie ungewohnt dieser neue Aspekt ist und wie schade zugleich. Denn das war ein Aspekt, den ich sehr mag: abgeschlossener kriminalrelevanter Handlungsstrang. Keine Verpflichtung, zwingend einen weiteren Teil kaufen zu müssen.
Aber: Wie gesagt. Ansonsten eine gute Geschichte mit ordentlich Spannung.